Biogasanlage: Warum Biogas für die Heizung (noch) keine Alternative ist

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Biogas wurde vor mehr als einem Jahrzehnt als so etwas wie der Heilsbringer in der Energiewende gefeiert. Jede neu errichtete Biogasanlage wurde geradezu euphorisch begrüßt. Mittlerweile hat sich jedoch die Euphorie weitgehend gelegt. Biogas konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Vor allem der hohe Biogas Preis macht den Brennstoff unattraktiv. Folglich hat er derzeit auch nicht das Zeug dazu, den fossilen Energieträger Erdgas zu ersetzen. Biogas ist daher auch nicht die Rettung vor teuren Gaspreisen, die sich im Zuge des Ukraine-Konflikts noch einmal erhöhen dürften.
Letzte Aktualisierung : November 2022

Als alternative Energiequelle wird die Bedeutung von Biogas mittelfristig steigen, da dadurch das Klima geschont werden kann. So gesehen ruht dennoch Hoffnung auf jeder neuen Anlage zur Produktion von Biogas, die errichtet wird. Die gute Nachricht dabei ist, dass seit dem Jahr 2020 wieder mehr neue Biogasanlagen errichtet worden sind.

 

Was genau ist Biogas?

Die Vorsilbe „Bio“ deutet bereits an, dass Biogas als Alternative zu fossilen Energieträgern wie Erdgas, Erdöl oder Kohle verstanden werden muss. Bei der Verbrennung von Biogas fällt deshalb auch nur so viel Kohlendioxid an, wie zuvor in den Pflanzen, aus denen es gewonnen wurde, gebunden war. Es ist damit klimaneutral, ganz ähnlich wie sich das auch über Holz sagen lässt.

Die Entstehung von Biogas

Biogas wird in der Regel in einer sogenannten Biogasanlage hergestellt. Das Besondere dabei ist der Umstand, dass die Biomasse, die umgewandelt wird, in der Regel aus organischen Abfällen oder nachwachsenden Rohstoffen besteht. Konkret können Biomasse sein:

  • Tierische Abfallprodukte
  • Dung, Mist und Jauche
  • Exkremente und Urin
  • Pflanzenreste jeglicher Art
  • Pflanzen wie vor allem Mais und Raps, die zum Teil nur für die Verwertung als Biomasse angebaut werden
  • faules Obst
  • Pflanzliche oder tierische Reste aller Art wie zum Beispiel überschüssige Milch oder alte Eier
  • eventuell sogar Tierleichen

Biogasanlagen dienen übrigens unter anderem dazu, die Hinterlassenschaften der Tiere bei der Massentierhaltung sinnvoll zu verwerten. Neben den Exkrementen von Tieren spielen aber auch die speziell angebauten Pflanzen wie Mais und Raps eine ganz gewichtige Rolle, was die Öffentlichkeit vor allem während der Erntezeit insbesondere durch die vielen Maistransporte erfährt.

Die Zusammensetzung von Biogas

Die beiden Hauptkomponenten, aus denen Biogas besteht, sind Methan und Kohlenstoffdioxid. Dabei wird der Anteil an Methan hauptsächlich energetisch genutzt. Methan ist damit auch der eigentliche Energieträger im Biogas, während Co2 gewissermaßen nur als ein störendes Abfallprodukt anzusehen ist, das in den Pflanzen bzw. tierischen Resten einst gebunden war.

Die Nutzungsmödglichkeiten

Biogasanlagen und damit das produzierte Biogas können vielfältig genutzt werden. Eigentlich wird dabei immer Biomasse genutzt. Die wird unter normalen Umständen in fester, flüssiger oder aus gasförmiger Form zur Erzeugung von Strom und Wärme verwendet. Aus Biomasse können allerdings auch Biokraftstoffe gewonnen werden, die sich dann wiederum zum Tanken eignen.

Klimaneutraliät

Biogas und Biogasanlagen gelten als klimaneutral, weil bei der Herstellung bzw. der Verbrennung jeweils nur so viel des klimaschädlichen Kohlendioxids freigesetzt wird, wie zuvor in der Biomasse gebunden gewesen war. Neues Co2 kommt damit nicht hinzu und auch der Treibhauseffekt kann nicht verstärkt werden.

Klimaschutzprojekte

Biogasanlagen werden deshalb auch gerne bei der Realisierung von Klimaschutzprojekten eingesetzt. Das betrifft sowohl die Anlage selbst auch die dafür angebauten Pflanzen. So lassen sich beispielsweise besonders mit Co2 aufgeladene Flüge und andere Fernreisen mit einem passenden Klimaschutzprojekt wie zum Beispiel der Erzeugung von klimaneutralem Strom im Regenwald hervorragend kompensieren. Man spricht in diesem Zusammenhang gerne auch von einem modernen Ablasshandel. Übrigens gleichen auch viele Anbieter von Erdgas ihre schlechte Co2 Bilanz mit Zertifikaten aus, die im Zusammenhang mit Biogas entstehen. Gasanbieter, die das nutzen, werben meist mit dem Siegel KLIMAgas.

Die Geschichte von Biogas

Die ersten Versuche, Biogas vornehmlich aus Klärschlamm herzustellen, wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts unternommen. Das daraus gewonnene Klärgas wurde dann als Brennstoff in den größeren Fahrzeugen großer Städte eingesetzt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde dann versucht, landwirtschaftliche Abfälle in Energie bzw. Treibstoff umzuwandeln. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam man auf die Idee, in Biogas einen möglichen Lieferanten von Energie zu sehen. Die den gesamten Globus umspannende Energiekrise in den 1970er Jahren befeuerte diesen Ansatz dann. Allerdings wurden dann erst in den 1980er Jahren die ersten modernen Biogasanlagen größeren Stils errichtet, um daraus alterative Energie zu gewinnen.

 

Der Biogas Preisvergleich

Eines der Biogas Nachteile besteht darin, dass es vergleichsweise teuer ist. Eine Biogas Heizung scheitert deshalb auch meist am Biogas Preis. Es gilt die Regel, dass reines Biogas in den meisten Städten und Gegenden deutlich teurer ist, als Erdgas.

Wie teuer ist Biogas in 2022?

Ein Kubikmeter Biogas kostet derzeit so viel wie noch nie. Umgerechnet kostet der Kubikmeter derzeit ganz grob um die 66 Cent. Dabei handelt es sich jedoch nur um einen Näherungswert. Wer einen genauen Wert haben will, sollte hier auf der Webseite direkt einen konkreten Gasvergleich anstellen.

Welche Anbieter bieten Biogas an?

Die Anbieter von echtem Biogas beschränken sich auf eine sehr kleine Auswahl. Oftmals wird auch nur ein gewisser Anteil von Biogas untergemischt. Dabei handelt es sich jedoch nur um einen wirklich sehr kleinen Teil von höchstens 20 Prozent.Anbieter mit einem Anteil von 100 Prozent an Biogas sind zum Beispiel

  • EWS Elektrizitätswerke Schönau eG,
  • Fair Trade Power Deutschland GmbH
  • NaturStromHandel GmbH

Diese Anbieter haben jedoch alle auch Tarife in ihrem Angebot, die einen deutlich kleineren Anteil an Biogas beinhalten. Der Rest besteht jedoch meist ebenfalls aus erneuerbaren Energien.

Welche Anbieter fördern die Energiewende?

Die drei weiter oben angeführten Anbieter gehören denn auch zu denen, die sich mit Nachdruck für eine Energiewende in Deutschland einsetzen und dafür auch aktiv werben. Die Unternehmen sind in der Regel häufig aus diesem Grund überhaupt erst entstanden.

 

Biogas in Deutschland

Auf die Produktion von Biogas wurde vor allem in den 1990er Jahren große Hoffnungen gesetzt. Biogas sollte einen ganz entscheidenden Anteil daran haben, in Deutschland die fossilen Energieträger zu ersetzen. Daraus wurde dann leider aus einer Vielzahl von Gründen nichts. Heute sieht man die Angelegenheit weitaus nüchterner und wahrscheinlich auch realistischer.

Wie viel Biogas wird in Deutschland produziert?

Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie kam es in den Jahren zwischen 2007 und 2014 zu einem starken Zuwachs an Biogas bzw. Biogasanlagen. Seit 2014 hat sich dieser Zuwachs jedoch deutlich verlangsamt. Im Jahr 2017, so das Ministerium, haben deutsche Biogasanlagen dann rund 32 Terrawattstunden (TWh) an Strom erzeugt, was in etwa 5,4 Prozent des gesamten Stromverbrauchs entsprach. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

Der Energiemix in Deutschland

Der Anteil der Biomasse am bundesdeutschen Energiemix beträgt aktuell 9,3 Prozent, was einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 45 TWh entspricht. Diese Zahlen beruhen allerdings weitgehend auf Schätzungen. Insgesamt tragen die erneuerbaren Energien rund 35 Prozent zur Stromproduktion bei. Darunter werden neben Photovoltaik und Windanlagen ausdrücklich auch Biogasanlagen verstanden.

Die erneuerbaren Energien

Als erneuerbare Energien gelten alle Energieformen, die entweder durch Wind oder Sonne gespeist werden oder auch mit nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden können.Die wichtigsten in der Rangfolge ihrer Bedeutung sind:

  • Windkraft mit einem Anteil von 27 Prozent
  • Photovoltaik mit einem Anteil von circa 10,4 Prozent
  • Biomasse von rund 9,3 Prozent
  • Wasserkraft von etwa 3,7 Prozent

Biogas-Zertifikate, -Nachweise und -Label

Für Biogas gibt es zahlreiche Zertifikate und Nachweise, die dessen Echtheit bestätigen.

So kann zum Beispiel eine Zertifizierung vom TÜV Süd vorgenommen werden. Diese Zertifizierung durch den TÜV genießt höchstes Vertrauen. Das sogenannte Grünes-Gas-Label wiederum ist das erst Gütesiegel für Biogas in Deutschland. Es ist damit ein sehr wichtiger Nachweis im Handel mit Biogas. Mit Zertifikaten, Nachweisen und Labels lässt sich für einen Anbieter belegen, dass er auch wirklich Biogas vertreibt.

Die Energiepolitik bezüglich Biogas

Aus politischer Sicht hat sich die Begeisterung für Biogas mittlerweile längst gelegt. Das fand auch schon im Jahr 2014 seinen Ausdruck, als die EEG-Umlage für Biogas abgesenkt wurde. Die Energipolitik hat heute einen sehr nüchternen Blick auf Biogas und weiß sehr genau, dass sich damit allein die Energiewende nicht bewerkstelligen lässt. Biogas kann immer nur ein relativ kleiner Beitrag dafür sein.

Bioenergiekommunen in Deutschland

im bundesweit veranstalteten Wettbewerb Bioenergiekommunen gingen im Jahr 2019 die Gemeinden Asche, Fuchstal und Mengsberg als Sieger hervor. Sie wurden unter anderem dafür ausgezeichnet, dass sie alle ihre Bürger geradezu vorbildlich beteiligt hätten.

 

Die Biogasanlage

Eine Biogasanlage ist in Deutschland sehr häufig als Anschluss an einen landwirtschaftlichen Betrieb zu finden.

Biogasanlage

Anzahl der Biogasanlagen in Deutschland

Gegen Ende des Jahres 2020 gab es in Deutschland einen Bestand von rund 9 700 Anlagen. Ganz allgemein gilt bislang: Seit 1992 nimmt der Bestand um jährlich rund 100 Anlagen zu. Die meisten Biogasanlagen stehen dabei in Bayern und in Niedersachsen, was wohl mit der landwirtschaftlichen Prägung dieser Bundesländer zusammen hängt.

Wie funktionieren Biogasanlagen

Eine Biogasanlage ist dazu da, organische Abfälle unter dem Ausschluss von Sauerstoff durch Bakterien abbauen zu lassen. Dabei entstehen dann Methan, Kohlenstoffdioxid, Sauerstoff und Stickstoff, wovon in erster Linie nur das Methan energetisch genutzt werden kann.

Wie teuer ist eine Biogasanlage

Die Kosten für eine moderne Biogasanlage hängen von deren Größe ab bzw. von der Menge an Strom, die sie produzieren kann. Pro Kilowatt an installierter Leistung muss bei insgesamt eher größeren Anlagen mit Investitionskosten von etwa 2 000 bis 3 000 Euro pro Kilowatt gerechnet werden. Bei eher kleineren Anlagen steigen diese Kosten auf circa 5 000 bis 7 000 Euro pro Kilowatt an.

Die Entwicklung der Biogasanlagen in Deutschland

Nach einem Boom vor allem in den 1990er Jahren, erlebten Biogasanlagen spätestens 2014 einen erheblichen Dämpfer mit der Reduzierung der EEG-Umlage. Das hatte natürlich auch Folgen für die Forschung und die technische Weiterentwicklung der Anlagen. Sie sind dennoch bis heute noch immer effizienter geworden.

Biogasanlagen für die Zukunft

Fachleute sind davon überzeugt, dass Biogas in Deutschland einen ganz entscheidenden Anteil an der Energiewende haben wird. Nach sehr vielen Jahren, in denen sich kaum etwas bewegt hat, zeichnet sich seit etwa 2020 so etwas wie eine Renaissance der Biogasanlage ab.

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In unserer Auflistung auf der Webseite können Sie ganz bewusst nach Anbietern von Biogas suchen. Wenn Sie das wünschen, übernehmen wir gerne für Sie den Wechsel, ohne dass Sie sich darum kümmern müssten. Sie suchen sich lediglich den von Ihnen gewünschten Anbieter aus

Die Vorteile von Biogas

Biogas ist klimaneutral und lässt sich relativ leicht aus nachwachsenden Rohstoffen meist direkt vor Ort herstellen. Weder die Biomasse noch die daraus gewonnene Energie müssen deshalb weite Wege zurück legen, was wiederum Energie spart.

Die Nachteile von Biogas

Biogas ist noch immer deutlich teurer als beispielsweise das Erdgas. Außerdem kann der Betrieb eine Biogasanlage zu einer Geruchsbelästigung führen. Schluss endlich ist es für manche Menschen auch ethisch fragwürdig, ob Flächen, die für Lebensmittel gedacht sind, für die Herstellung von Energie verwandt werden dürfen.

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Wir kennen sich nicht nur damit gut aus, sondern sind auch Experten im Anbieterwechsel.

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FAQ

Warum ist Biogas so teuer?

Die Antwort auf diese Frage ist geradezu simpel. Biogas muss in der Regel nämlich teuer produziert werden, während es bei Erdgas reicht, es einfach nur einzukaufen.

Kann man Biogas selber herstellen?

Das ist natürlich möglich und es war auch mal so angedacht, dass jedes Grundstück seine eigene Biogasanlage haben sollte. Es scheiterte bislang vor allem an den hohen Investitionskosten, die damit verbunden sind.

Wie entsteht Biogas?

Durch einen Gärprozess in einer Biogasanlage. Dazu wird sogenannte Biomassen (Pflanzen und tierische Produkte) unter dem Ausschluss von Sauerstoff vergoren, indem ihr Bakterien zugesetzt werden.

Wie viel kostet eine Biogasanlage?

Die Kosten für eine Biogasanlage sind immer abhängig von deren Größe bzw. von der installierten Stromleistung. Eine Besonderheit dabei ist, dass kleine Anlagen häufig teurer sind als große. Jedenfalls im Verhältnis gesehen.
 

Aktualisiert am 2 Dez, 2022

redaction Veröffentlicht
Redactor

ivan

Energie Spezialist