Ende oder Anfang der Gaskrise in Deutschland 2022?

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Die Gaskrise Deutschland 2022: Hat sie schon begonnen oder ist das ganze nur ein Horrorszenario? Kommt es zu einem Engpass in der Versorgung mit Gas im Winter? Fakt ist: Russland hat die Gaslieferungen gekürzt und Erdgas ist am Markt sehr teuer. Wie beleuchten nachstehend weitere Fakten und deren Auswirkungen und wagen eine Prognose, wann die Gaspreise wieder sinken.
Letzte Aktualisierung : November 2022

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News-Ticker Gaskrise – Aktuelle Lage

Zuletzt aktualisiert am 22.08.2022

 

Notfallplan Gas: Alarmstufe
Bundesminister Habeck hat die zweite Stufe des Notfallplans ausgerufen. Bei der Alarmstufe liegt eine Störung der Gasversorgung oder eine ungewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vor. Der Markt ist in der Stufe noch in der Lage die Störung oder Nachfrage zu bewältigen. Um mehr über den Notfallplan der Bundesregierung zu erfahren, finden Sie mehr Infos auf unserem Strom Zugang Blog.

 

Einführung einer Gasumlage
Die Bundesregierung hat die Einführung einer Gasumlage ab Anfang Oktober beschlossen. Damit sollen Unternehmen unterstützt werden, die Gas für Deutschland beschaffen. Die Höhe der Umlage beträgt 2,419 Cent pro kWh. Für einen Single Haushalt bedeutet das: Mehrkosten in Höhe von 89€ bis 298€.

 

Senkung der Mehrwertsteuer
Aufgrund der gestiegenen Gaspreise soll künftig die Mehrwertsteuer auf Gas von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt werden. Dies solle, solange wie die Gasumlagen erhoben werden, und mindestens bis März 2024 gelten.

 

⛽️ Kein Gas durch Nord Stream 1
Das russische Unternehmen Gazprom hat Ende August erneut die Gaslieferung über die Nord Stream 1 für drei Tage unterbrochen. Als Grund wurden Wartungsarbeiten benannt. Das hatte zur Folge, dass die Gaspreise in die Höhe schnellten. Seit dem 27.07.2022 wurde Deutschland mit nur 20 Prozent der Gaslieferungen durch die Nord Stream 1 versorgt. Mehr Informationen zu Gazprom erhalten Sie in unserem Blog.

 

Gaskrise: Maßnahmenpaket 2022

Die Bundesregierung hat frühzeitig über die Folgen der reduzierten Gaslieferungen aus Russland berichtet. Insgesamt hat die Abhängigkeit von russischem Gas in ganz Europa zu einer Krise gesorgt, die sich in den Wintermonaten noch drastisch verschlimmern könnte. Was bedeutet der Notfallplan für die Bürgerinnen und Bürger und warum liefert Russland eigentlich weniger Gas?

Welche Maßnahmen hat die Regierung beschlossen?

Angesichts der erwarteten Gaskrise in Deutschland hat die Bundesregierung ihren Notfallplan Gas aktiviert; gleichermaßen hat die EU Maßnahmen ergriffen, um die Bürgerinnen und Bürger in der Mitgliedsländern vor einer Gasknappheit zu schützen.

Der Notfallplan der Bundesregierung sieht drei Warnstufen vor. Die erste, die Frühwarnstufe, ist seit Ende März 2022 in Kraft. Der Notfallplan Gas der EU sieht zwischen dem 01.08.2022 und dem 31. März 2023 freiwillige Einsparungen in den Ländern von 15 % vor.

Was bedeutet die Alarmstufe des Notfallplans für Haushalte?

Im Notfallplan Gas der Bundesregierung sind drei Stufen vorgesehen:

  • Frühwarnstufe
  • Alarmstufe
  • Notfallstufe

Die Frühwarnstufe ist bereits seit Ende März 2022 in Kraft. Verantwortliche Behörde ist die Bundesnetzagentur. Am 23.06.2022 wurde von der Bundesregierung die Alarmstufe ausgerufen. Was bedeutet das im Einzelnen und welche Ursache wird dafür genannt?

Die Bundesregierung und die Bundesnetzagentur haben zu der Ausrufung der Alarmstufe Folgendes ausgeführt. Die Lage wird als sehr angespannt angesehen. Die weitere Verschlechterung der Situation kann von keiner Seite ausgeschlossen werden. Auf der anderen Seite ist die Gasversorgung in Deutschland momentan stabil. Sicherheit der Versorgung ist gegenwärtig gewährleistet.

Anlass der Alarmstufe ist der Umstand, dass das Gas aus Russland über Nord Stream 1 nur zu etwa 20 % der möglichen Maximalleistung fließt. Momentan wird Gas eingespeichert. Allerdings liegen die Handelspreise für Gas auch wegen der Reduzierung der Lieferleistung weiterhin auf einem sehr teurem Niveau. Deshalb müssen sich sowohl Unternehmen als auch private Verbraucher auf steigende Gaspreise vorbereiten.

Das Inkrafttreten der Alarmstufe hat (derzeit theoretische) Auswirkungen auf die Endverbraucherinnen und Endverbraucher. Diese Stufe schafft die Grundlage für die unmittelbare Weitergabe der hohen Gaspreise durch die Energieversorger an die Verbraucherinnen und Verbraucher (private wie gewerbliche Kundinnen und Kunden). Dies gilt auch für abgeschlossene Laufzeitverträge. Noch wird auf den Gebrauch von dieser Möglichkeit bewusst verzichtet. Doch keiner kann sagen, wie lange.

Weiterhin wurde durch die Bundesregierung angekündigt, mit dem 01.10.2022 eine Gasumlage zu erheben, um die höheren Beschaffungskosten zu kompensieren. Die Umlage wird an alle Gaskunden weitergeben.

Sollte die Notfallstufe ausgerufen werden, entscheidet die Bundesnetzagentur über die Priorisierung der vorhandenen Gasbestände. Das bedeutet, die Agentur legt die Reihenfolge fest, wie das Gas verteilt wird. Haushaltskunden für die Wärmeversorgung sind gehören zu den privilegierten Gruppen. Ebenfalls privilegiert aber nachrangig in Bezug auf Haushaltskunden sind Stellen in den Bereichen:

  • Gesundheitsversorgung
  • grundlegende soziale Versorgung
  • Notfall
  • Sicherheit
  • Bildung
  • öffentliche Verwaltung

Darunter fallen entsprechend zum Beispiel Krankenhäuser, Müllabfuhr, ÖPNV und Flughäfen.

Welchen Einfluss hat der Krieg in der Ukraine auf die Gaspreise?

Zusätzlich zu den bereits vor Ausbruch des Krieges in der Ukraine stark angezogenen Gaspreisen, hat sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine weiter nachteilig ausgewirkt. Die Gaskrise in Europa hat also mehrere Ursachen. Seit vielen Jahrzehnten ist Russland ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Energielieferant für Deutschland und andere europäische Staaten.

Ganz konkret kamen von Russland in den letzten Jahren etwa ein Drittel des Erdöls sowie mehr als die Hälfte des Erdgases für Deutschland. Der Einmarsch von Russland in die Ukraine hat die Beziehungen zu dem Land nachhaltig geändert. Besonders die Wirtschaftsbeziehungen haben sich verschlechtert. Insbesondere die Sanktionen der EU und einzelner Staaten gegen Russland haben zu Lieferreduzierungen von Erdöl und Erdgas geführt.

Deshalb möchte die Bundesregierung, dass Deutschland so schnell wie möglich vollständig unabhängig von den Lieferungen von Erdöl und Erdgas aus Russland wird. Dies auch vor dem Hintergrund, dass ein sofortiger Lieferstopp erhebliche negative Auswirkungen auf die Wirtschaft und die generelle Versorgung in Deutschland mit Strom und Heizung haben würde.

Dieses Ziel soll durch die schrittweise Reduzierung der Energielieferungen aus Russland erreicht werden. 2024 soll dann gar kein Erdöl oder Erdgas aus Russland mehr bezogen werden. Allerdings sind durch die Gaskrise Ukraine die Handelspreise für Erdgas enorm gestiegen. Das wiederum bedeutet für die Gasversorger erhebliche Mehrkosten. Diese Mehrkosten werden in der Regel ganz oder teilweise an die Endverbraucherinnen und Endverbraucher weitergegeben. Damit steigen die Heizkosten der Haushalte erheblich, was sich in höheren Abschlagszahlungen und Nebenkosten bemerkbar macht.
 

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Wann sinken die Gaspreise wieder?

In einer solchen Situation ist die Vorraussicht, wann die Preise wieder sinken, besonders wichtig. Nur so lassen sich die nächsten Schritte sinnvoll planen. Wir prüfen zunächst den Ist-Stand und beschäftigen uns mit den Ursachen.

Wie teuer ist Gas in 2022?

Im 02/12/2022 kostete eine kWh Gas durchschnittlich 13,77 Cent. Experten gehen davon aus, dass sich dieser Preis in den nächsten Monaten mindestens verdreifachen wird. Manche Fachleute rechnen sogar mit einer Verfünffachung des Gaspreises.


Aktueller Gaspreis (02/12/2022)
Gaspipeline

13,77 Cent je KWh
(⬆️ +95% zum Vorjahr)


Werden Gaspreise wieder sinken?

Sowohl kurz- als auch mittelfristig betrachtet, ist mit sinkenden Gaspreisen nicht zu rechnen. Ursächlich ist dafür insbesondere der Konflikt in der Ukraine, dessen Ende nicht absehbar ist. Die weltpolitischen Entwicklungen deuten eher auf weiter steigende Preise im Großhandel hin. Diese werden von den Gasversorgern in der Regel an die Haushalte weitergegeben. Deshalb gehen alle Fachleute derzeit davon aus, dass die Preise für Energie in Europa auch in naher Zukunft auf einem hohen Niveau stagnieren werden.

Gaspreisentwicklung für bundesdeutsche Haushalte der letzten zehn Jahre

Nachstehend haben wir die Entwicklung der Preise für Haushaltskunden in Deutschland über die letzten Jahre aufgelistet:

Gaspreisentwicklung der letzten zehn Jahre
Jahr Gaspreis
2013 6,63 Cent je kWh
2014 6,52 Cent je kWh
2015 6,26 Cent je kWh
2016 5,89 Cent je kWh
2017 5,73 Cent je kWh
2018 5,81 Cent je kWh
2019 6,17 Cent je kWh
2020 5,97 Cent je kWh
2021 7,06 Cent je kWh
2022 13,77 Cent je kWh

Quelle: BDEW

Sie sehen, dass der Gaspreis in der letzten Dekade überaus konstant war. Doch allein in diesem Jahr hat er sich beinahe verdreifacht.

Gaspreisentwicklung

Warum sind die Gaspreise so angestiegen?

Insgesamt lassen sich zwei gravierende Umstände als Gaskrise Ursache definieren:

  • Entwicklung Ölpreis
  • Ukraine-Konflikt

Tatsächlich beeinflussen die Marktpreise für Energie auch den Großhandelspreis für Erdgas. Ein wichtiger Faktor ist zum Beispiel der Ölpreis. Wird beispielsweise der Preis für Erdöl teurer, weichen viele Verbraucher auf Erdgas aus. Dadurch steigt auch dieser Preis. Sinkt der Erdölpreis jedoch, ist die Nachfrage und damit der Preis für Erdgas nicht mehr so hoch.

Kurzfristig, wobei ein Ende nicht absehbar ist, beeinflusst die Gaskrise Russland durch seinen Krieg in der Ukraine. Europa war und ist es immer noch, von den Gaslieferungen Russlands abhängig. In Deutschland sind es mehr als die Hälfte. Wegen der Sanktionen, die die EU und auch Deutschland gegen Russlands Wirtschaft aufgrund des Konflikts verhängt hat, revanchiert sich das Land mit verringerten Gaslieferungen. Dieser Umstand kommt zu den Unsicherheiten, die ein Krieg ohnehin mit sich bringt, erschwerend hinzu. Derzeit ist es nicht vorhersagbar, wann der Konflikt endet. Es ist eher mit weniger Gaslieferungen zu rechnen als mit der Aufnahme der vollen Lieferkapazität.

Es wirkt sich zudem verschlimmernd der Umstand aus, dass Erdgas häufiger zur Produktion von Strom herangezogen wird, weil auch dort Engpässe herrschen.


 

Ist ein Gasanbieterwechsel aktuell sinnvoll?

Was können Verbraucherinnen und Verbraucher tun, um sich vor den hohen Preisen zu schützen? Ist vielleicht ein Wechsel des Anbieters eine Möglichkeit? Wir beschäftigen uns in diesem Absatz mit der Antwort auf die Frage, ob ein Wechsel des Anbieters eine Maßnahme zur Preissenkung sein kann.

Frau am Laptop mit Taschenrechner

Was kann man derzeit mit einem Gasanbieterwechsel sparen?

Derzeit beträgt die durchschnittliche Ersparnis beim Wechsel des Gasanbieters weniger als man es vielleicht aus der Vergangenheit gewohnt ist. Gleichwohl kann dies von Wohnort und Verbrauch durchaus unterschiedlich ausfallen. Einige Gasversorger ändern wegen der dynamischen Preislage momentan fast täglich die Tarife. Deshalb können sich die Preise entsprechend von Tag zu Tag ändern.

Auch die Entwicklung der Gaspreise lässt sich momentan nicht wirklich verlässlich vorhersagen. Deshalb lohnen sich derzeit eher Tarife mit kurzen Vertragslaufzeiten. Die Laufzeit von höchstens einem Jahr einschließlich kurzer Kündigungsfristen von sechs Wochen sowie eine Preisgarantie über die vollständige Dauer der Laufzeit sind zu empfehlen.

Diese Konstellationen schützen zunächst vor Preiserhöhungen. Wenn Sie eher der Meinung sind, dass die Preise für Gas bald wieder drastisch sinken, sollten Sie möglichst flexible Tarife wählen.

Warum finde ich derzeit kaum gute Angebote im Gasvergleich?

Die Verunsicherung auf dem Markt und die Gaskrise Europa trifft die Gasversorger empfindlich. Die Preise für den Einkauf von Gas haben sich derart drastisch verteuert, dass die Versorger einen Großteil ihrer Energie zu den aktuell ungünstigen Konditionen erwerben müssen. Mit diesen Bedingungen lassen sich natürlich keine guten Angebote für Neukunden machen. Allerdings ist mittelfristig damit zu rechnen, dass die Zahl der attraktiven Tarife sich wieder erhöhen wird.

Nutzen Sie daher die Vergleichsmöglichkeiten auf Strom-Zugang.de und fragen Sie regelmäßig die Angebote ab.


 

Wie reagieren die Anbieter auf die Gaskrise 2022?

Wie reagieren die Anbieter aber auch die Kundinnen und Kunden auf die gestiegenen Gaspreise? Welche Kosten können die Anbieter an die Kundinnen und Kunden weitergeben?

 

Was kann ich tun, wenn mein Anbieter die Preise erhöht?

Wenn Ihr Anbieter den Preis für die Gasversorgung erhöht, sollten Sie handeln. Vergleichen Sie zunächst die Angebote der Versorger. Es gilt: Bei einer Gaspreiserhöhung haben Sie ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Sie können zum Zeitpunkt der Preisänderung den Vertrag und damit die Versorgung beenden. Allerdings lohnt das nur, wenn Sie eine passende Alternative gefunden haben.

Dürfen Versorger wegen der Alarm­stufe höhere Preise an die Verbraucher weiterreichen?

Die Alarmstufe bildet die theoretische Grundlage dafür, dass Energieversorger die höheren Preise direkt an die Verbraucher weitergeben dürfen. Darauf wird jedoch zunächst verzichtet. Stattdessen sollen die erhöhten Beschaffungskosten über die Gas-Umlage kompensiert werden.


 

Wie entlastet mich der Gesetzgeber?

Bisher hat der Gesetzgeber verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die erhöhten Preise für die Bevölkerung erträglicher zu machen. Das sind:

❌ vollständige Abschaffung der EEG-Umlage zum 1. Juli 2022

befristete Erhöhung der Pendlerpauschale von 35 auf 38 Cent ab dem 21. Fahrtkilometer

Werbungskostenpauschale rückwirkend zum Jahresbeginn um 200 Euro auf 1.200 Euro erhöht

Heizkostenzuschuss

‍ ‍ Hilfen für ärmere Familien

9-Euro-Ticket

⛽️ Energiesteuer auf Benzin und Diesel wird befristet für drei Monate gesenkt

Energiepreispauschale

Kindergeldbonus

Zuschuss zu Sozialleistungen

Mehr dazu erfahren Sie im Blogartikel „Entlastungspaket“ von Strom Zugang.

Etwas dazu gelernt?
Wir kennen sich nicht nur damit gut aus, sondern sind auch Experten im Anbieterwechsel.

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FAQ

Wird Gas in Deutschland knapp?

Gas kann in Deutschland knapp werden, da wir in erster Linie von den Erdgaslieferungen aus Russland abhängig sind und diese derzeit nur in verringertem Ausmaß geliefert werden.

Werden Gaspreise wieder sinken?

Kurz- und mittelfristig ist es eher unwahrscheinlich, dass die Gaspreise wieder sinken werden.

Wann entspannen sich die Gaspreise?

Ob und wann sich die Gaskrise wieder entspannt hängt insbesondere vom Ende des Ukraine-Konfliktes ab.

Wird Gas wieder billiger?

Sofern die Gaslieferungen aus Russland in normaler Höhe wieder aufgenommen werden oder Deutschland sich von den Lieferungen aus Russland unabhängig gemacht hat, ist zu vermuten, dass Gas grundsätzlich wieder günstiger wird.

Aktualisiert am 6 Okt, 2022

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anh

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