Stromkosten 2022 – alles, was Sie wissen müssen

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Die Preise, die Haushalte und Unternehmen für Strom entrichten müssen, haben in den letzten Jahren beständig zugenommen. Doch besonders in diesem Jahr haben die Stromkosten merklich angezogen. Ursachen sind neben einer verstärkten Nachfrage vor allem die unter Druck geratenen Marktpreise für fossile Energieträger wie Öl und Erdgas. So müssen Verbraucher und Betriebe heute mit etwa 37 Cent je Kilowattstunde bis zu 30 Prozent höhere Preise für Strom bezahlen als noch Mitte des letzten Jahrzehnts. Die Preisentwicklung wird aller Voraussicht nach angespannt bleiben, so muss ein durchschnittlicher Privathaushalt mit zwei Personen heute etwa 900 Euro im Jahr für Strom bezahlen. Doch es gibt Mittel und Wege, durch einen rechtzeitigen Wechsel des Stromanbieters die Preissteigerungen zumindest merklich abzufedern. So kann man etwa von Neukundenboni und Wechselprämien profitieren und die oft nach dem ersten Vertragsjahr steigenden Strompreise profitieren.
Letzte Aktualisierung : November 2022

Wie viel Strom in Deutschland in 2022 kostet, wie sich der Strompreis genau zusammensetzt und was bei einem Vergleich von Tarifen und Anbietern zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Was kostet eine kWh Strom in Deutschland?

Die Preise, die Haushalte und Gewerbebetriebe für eine Kilowattstunde Strom entrichten müssen, haben in letzter Zeit spürbar zugenommen. Laut Angaben des Bundesverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) betragen die Strompreise im Durchschnitt 37,30 Cent pro Kilowattstunde bei weiter steigender Tendenz (Stand: 02/12/2022).


Aktueller Strompreis (02/12/2022)
Strompreisentwicklung
37,30 Cent je KWh
(⬆️ +16% zum Vorjahr)


Wie hoch sind die aktuellen Stromkosten pro Haushalt im Durchschnitt?

Ein durchschnittlicher 2-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 2400 Kilowattstunden und ohne zusätzlichen Durchlauferhitzer für Warmwasser muss derzeit mit jährlichen Stromkosten von 891 Euro rechnen. Kommt ein Durchlauferhitzer zum Einsatz, sind noch 1000 Kilowattstunden (also 371 Euro) bei den Stromkosten für 2 Personen zu addieren.

Wie unterscheiden sich Stromkosten nach Haushaltsgröße?

Relativ am höchsten sind die Stromkosten für eine Person im Haushalt. Hier müssen Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Gefriertruhe, Waschmaschine und Fernseher auch dann laufen, wenn sie nur von einer Person genutzt werden. Folgende Stromkosten entstehen für die jeweiligen Haushalte mit durchschnittlichem Verbrauch abhängig von der Haushaltsgröße:

Stromkosten für die jeweiligen Haushalte
Haushaltsgröße Jährlicher Verbrauch Jährliche Kosten bei 37,14 Cent/kWh
1-Personen-Haushalt 1500 Kilowattstunden 557,10 Euro
2-Personen-Haushalt 2400 Kilowattstunden 891,36 Euro
3-Personen-Haushalt 3400 Kilowattstunden 1262,76 Euro
4-Personen-Haushalt 4000 Kilowattstunden 1485,60 Euro

*durchschnittliche Verbrauchswerte, geschätzt

Wie haben sich die Stromkosten in den letzten Jahren in Deutschland entwickelt?

Die Stromkosten im Bundesgebiet sind in den letzten Jahren um fast 30 Prozent gestiegen. Dazu haben vor allem die höheren Beschaffungskosten und steuerliche Abgaben beigetragen. Die Arbeitspreise für Strom haben sich dabei im Durchschnitt wie folgt entwickelt:

Jahr Strompreis in Cent je KWh
2013 28,84
2014 29,14
2015 28,70
2016 28,80
2017 29,28
2018 29,47
2019 30,46
2020 31,81
2021 32,16
2022 – 1.HJ 37,14
2022 – Juli 2022 37,30

Quelle: BDEW

Warum sinken und steigen Strompreise?

Den größten Anteil für die konkreten Stromkosten haben die Beschaffungspreise, welche die Stromversorger am internationalen Energiemarkt für die Beschaffung von Strom entrichten müssen. Diese Preise bilden sich aus Angebot und Nachfrage der zugrunde liegenden Rohstoffe wie Öl oder Erdgas. So wird Energie momentan vor allem in den Volkswirtschaften der Welt stark nachgefragt, gleichzeitig sind die Märkte für fossile Ressourcen stark unter Druck geraten. Zudem haben sich die Preise für CO₂-Zertifikate in den letzten Jahren fast verdoppelt und werden weiter steigen, da dies von der Politik so gewollt ist. Wann die Strompreise wieder sinken, ist schwer vorherzusagen.

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Wie werden Stromkosten berechnet?

Um seine Stromkosten zu berechnen, sollte man seinen eigenen Stromverbrauch kennen. Dieser lässt sich dem hauseigenen Stromzähler entnehmen. Neben dem Stromverbrauch beeinflussen unterschiedliche Faktoren die Kosten.

Wie setzen sich Stromkosten zusammen?

Den größten Anteil an den Stromkosten in Deutschland haben die sogenannten Vertriebs- und Beschaffungspreise. Dies sind die Kosten, welche die Energieversorger für die Beschaffung von Strom entrichten müssen. Laut dem BDEW entfielen im April 2022 ganze 39 Prozent auf diese Kategorie. Weiter entfielen auf Netzentgelte 22 Prozent, auf Umlagen wie die EEG-Umlage oder Rückstellungen für Altlasten 18 Prozent, und auf Steuern und Abgaben 21 Prozent. Zusätzlich zum angebotenen Arbeitspreis je Kilowattstunde erheben fast alle Energieanbieter zudem einen monatlichen Grundpreis, der unabhängig vom konkreten Verbrauch zu zahlen ist.

Wie berechne ich den Stromverbrauch?

Am einfachsten berechnen Sie Ihren Stromverbrauch, indem Sie den hauseigenen Stromzähler zu Beginn und Ende einer Woche ablesen. Die Differenz multiplizieren Sie mit den 52 Wochen des Kalenderjahres. Das Ergebnis ist der geschätzte Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Sie können sich alternativ auch an den Tabellen weiter oben orientieren.

Stromkosten berechnen – Beispiel

Um die voraussichtlichen Stromkosten für kWh zu berechnen, müssen der monatliche Grundpreis und der Arbeitspreis für eine Kilowattstunde bekannt sein. Diese finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen, auf den Webseiten der Stromversorger oder in den Anbietervergleichen auf Strom Zugang. Zur Berechnung multiplizieren Sie den Grundpreis mit zwölf und den Arbeitspreis mit dem geschätzten Jahresstromverbrauch.

Beispiel:
Grundpreis (9,00 Euro/mtl. * 12 Monate) + Arbeitspreis je Kilowattstunde (0,3800 Euro (38,00 Cent))* Kilowattstunden Jahresverbrauch (2.400 kWh) = 108 Euro Grundkosten + 912 Euro Arbeitspreis

= 1.020 Euro jährliche Stromkosten

Welche Faktoren beeinflussen die Stromkosten?

Die konkreten Stromkosten werden vor allem durch drei Faktoren bestimmt:

  • Die Vertriebs- und Beschaffungspreise am Energiemarkt
  • Die Höhe der Nachfrage für fossile Energiequellen wie Erdgas und Erdöl
  • Die aktuellen Kosten der CO₂-Zertifikate für die Unternehmen

Wie kann man bei den Stromkosten sparen?

Nicht nur in Zeiten steigender Strompreise überlegen viele, wie sie ihre Stromkosten verringern können. Dies kommt nicht nur dem eigenen Geldbeutel zugute, sondern schont auch die Umwelt, indem es Treibhausgase einspart. Schon mit wenigen Tipps kann man die Stromkosten dauerhaft senken:

⬇️ Tipp 1: Verbrauch reduzieren

Zunächst kann man sich bemühen, den eigenen Verbrauch möglichst zu reduzieren. So kann man etwa beim Kochen die Restwärme der Herdplatte nutzen und bereits einige Minuten vorher abschalten. Auch ist meist das Vorheizen des Ofens nicht notwendig, und im Sommer kann der Wäscheständer statt eines elektrischen Wäschetrockners genutzt werden.

Tipp 2: LED-Leuchten einsetzen

In puncto Stromverbrauch sind die heutigen Leuchtdioden gegenüber den alten Glühbirnen und Energiesparlampen deutlich im Vorteil. Bis zu 90 Prozent der Stromkosten für die Beleuchtung können so eingespart werden. Da LED-Leuchten recht langlebig sind, hat sich hier ein Austausch schnell rentiert.

Tipp 3: Energieeffiziente Haushaltsgeräte nutzen

Achten Sie bei der Neuanschaffung von Haushaltsgeräten unbedingt auf die Kennzeichnung der Energieeffizienzklasse (A bis G). Viele auf den ersten Blick günstige Angebote können durch einen hohen Verbrauch langfristig zu deutlichen Mehrkosten führen. Wer hier ein modernes Gerät wählt, kann seine Stromkosten spürbar senken.

Tipp 4: Ausschalten statt Standby

Viele Geräte verbrauchen auch im Standby-Modus noch messbare Mengen Strom. Besser ist es daher, sie ganz auszuschalten und vom Stromnetz zu trennen. Am einfachsten gelingt dies durch die Anschaffung von abschaltbaren Steckdosenleisten. So kann man mit nur einem Knopfdruck etwa alle Geräte rund um den Fernseher vom Netz trennen. Auch sollte der W-LAN-Router nachts und im Urlaub ausgeschaltet bleiben, da er hier von niemandem genutzt wird.

‍ Tipp 5: Stromanbieter regelmäßig wechseln

Viele Energieversorger erhöhen nach dem ersten Vertragsjahr die Strompreise des Tarifs automatisch. Zudem kommt man nur durch einen Neuabschluss zu teils attraktiven Begrüßungsboni. Wer daher seinen Anbieter regelmäßig wechselt, kann hier viel Geld sparen. Beachten Sie daher unbedingt die jeweilige Vertragslaufzeit und kündigen Sie rechtzeitig.

 

Welche Haushaltsgeräte verbrauchen wie viel Strom?

Spülmaschine
Wer seine Energiekosten nachhaltig senken möchte, der sollte den Stromverbrauch des eigenen Haushaltes genau kennen. Dabei sind es vor allem die ganzjährig laufenden Geräte, die am meisten Strom verbrauchen. So schlägt ein moderner Kühlschrank mit etwa 300 bis 400 Kilowattstunden im Jahr zu Buche.

Verbrauch und Stromkosten der 10 meist verwendeten Geräte im Haushalt

Verbrauch und Stromkosten der meist verwendeten Geräte im Haushalt
Stromkosten der 10 meist verwendeten Haushaltsgeräte
Haushaltsgerät Verbrauch Kosten*
Durchlauferhitzer 1000 kWh 371 Euro
E-Herd 400 kWh 149 Euro
Kühlschrank 300 kWh 112 Euro
Gefrierschrank 400 kWh 150 Euro
Wäschetrockner 350 kWh 130 Euro
Fernseher 200 kWh 75 Euro
Waschmaschine 200 kWh 75 Euro
Geschirrspüler 250 kWh 93 Euro
W-LAN-Router 135 kWh 50 Euro
Lampen & Beleuchtung 250 kWh 93 Euro

*für einen Durchschnittshaushalt bei einem Gesamt-Strompreis von 37,14 Cent/kWh

Welche Haushaltsgeräte verbrauchen den meisten Strom?

In Haushalten ohne Warmwasser-Anschluss verbraucht der Durchlauferhitzer mit etwa 1000 Kilowattstunden aufwärts am meisten Strom. Haushaltsgeräte mit einem hohen jährlichen Verbrauch sind insbesondere der Kühl- und Gefrierschrank (300 bis 400 kWh) sowie Waschmaschine und E-Herd (200 bis 400 kWh).

Wann lohnt sich der Austausch alter Haushaltsgeräte?

In der Regel amortisiert sich der Wechsel gegen ein neues Modell bei Geräten, die bereits 15 bis 20 Jahre alt sind. Bei jüngeren Haushaltsgeräten kann sich ein Austausch lohnen, wenn zum Beispiel von der niedrigsten in die höchste Energieeffizienzklasse (G zu A) gewechselt wird. Ansonsten hilft eine einfache Überschlagsrechnung: Wenn etwa ein neuer Kühlschrank gegenüber dem alten Gerät 100 Kilowattstunden einspart, zahlt man circa 38 Euro weniger im Jahr. Bei 15 jähriger Nutzungsdauer wären das bei den aktuellen Strompreisen insgesamt 557 Euro.

Worauf muss ich beim Kauf neuer Haushaltsgeräte achten?

Achten sollte man auf die Energieeffizienzklassen A bis G. Diese müssen bei allen Geräten im Produktdatenblatt und in der Nähe des Anschlusskabels angebracht sein. Hier empfiehlt sich auf ein Gerät mit den hohen Stufen A oder B zu wählen. Bei der Umrechnung der alten Energieverbrauchskennzeichnungen (A+++ bis D) in die neuen Effizienzklassen hilft zum Beispiel das Umweltbundesamt.

Was muss ich bei einem Stromanbieterwechsel beachten?

Heute haben alle Haushalte erfreulicherweise die Möglichkeit, neben dem örtlichen Grundversorger aus einer Vielzahl von Stromanbietern zu wählen. Dabei kann die jeweilige Preisgestaltung sehr unterschiedlich ausfallen. So hatten Grundversorger in der Vergangenheit eher teurere Arbeitspreise, während einige Stromanbieter ihre Spartarife mit Abstrichen beim Service finanzierten. Vergleichen Sie daher die Preise genau, und achten Sie insbesondere auf die Vertragslaufzeiten und etwaige Preisgarantien. Viele Anbieter sehen nach dem ersten Vertragsjahr eine Preiserhöhung vor, während andere attraktive Boni für Neukunden gewähren. Ein genauer Vergleich der Strompreise und Vertragsbedingungen kann hier viel Geld einsparen.

Wie kann ich die Strompreise vergleichen?

Bei den meisten Anbietern können Sie die Strompreise durch ein Tarifdatenblatt oder ein konkretes Angebot für Ihr Postleitzahl-Gebiet erfahren. Achten Sie dabei auch auf die monatlich anfallenden Grundpreise, die Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen. Einfach und zuverlässig gelingt ein Stromvergleich mit den aktuellen Preisen bei Strom Zugang.

Die wichtigsten Schritte zum Strompreisvergleich

  1. Eigenen Stromverbrauch schätzen, z. B. 2500 kWh für 2 Personen
  2. Tarife selbst checken oder Angebote einholen
  3. Mehrere Vergleichsportale nutzen
  4. Neben Arbeitspreisen auch die monatlichen Grundkosten einbeziehen
  5. Prämien und Wechsel-Boni beachten
  6. Besonders einfach: Wechselservice von Strom Zugang nutzen

Strompreis Preisvergleich regelmäßig durchführen

Auch während der Vertragslaufzeit sollte man den Überblick behalten und in regelmäßigen Abständen die Entwicklung am Strommarkt beobachten. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten können sich bei den Tarifen und Prämien viele Änderungen ergeben. Wer sich daher auf dem Laufenden hält, kann von einem Stromanbieterwechsel zu einem günstigen Zeitpunkt profitieren. Übrigens: Oft kann man auch schon einige Monate im Voraus einen Anbieterwechsel vereinbaren.

Lohnt sich die Umstellung auf Ökostrom?

Das kommt darauf an. Gerade viele regionale Grundversorger können mit ihrem Ökostromangebot preislich sehr gut mithalten. Doch auch so mancher Tarif der großen Energieversorger ist bei 100 % Ökostrom erstaunlich günstig und ein Wechsel daher lohnenswert. Mit Strom Zugang können Sie einfach und schnell die besten Anbieter 2022 vergleichen.

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FAQ

Wie viel kostet 1 kWh Strom 2021?

Laut Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz BMWK kostete eine Kilowattstunde Strom im Jahr 2021 durchschnittlich 32,63 Cent.

Was kostet 1 kWh Strom 2022?

Nach Daten des Bundesverbands für Energie- und Wasserwirtschaft kostete eine Kilowattstunde Strom im ersten Quartal 36,19 Cent. Seitdem sind die Energiekosten weiter gestiegen.

Was kostet aktuell eine kWh Strom?

Der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft BDEW beziffert die Strompreise Stand 04/2022 im Durchschnitt auf 37,14 Cent pro Kilowattstunde bei weiter steigender Tendenz.

Wird Strom teurer in 2022?

Ja, der Strompreis wird aller Voraussicht nach in 2022 ansteigen. Gründe sind die höheren Beschaffungskosten aufgrund der globalen Marktlage, ein gleichzeitig gestiegener Bedarf der Weltwirtschaft und höhere Preise für CO₂-Zertifikate.

 

Aktualisiert am 5 Okt, 2022

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Redactor

anh

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